Wer dieses Internetportal aufsucht, interessiert sich mit Sicherheit schon so lange für das Thema Luftfahrt, um zu wissen, dass es nicht nur Piloten und Flugzeuge gibt, die Passagiere und Fracht um den Globus fliegen, sondern noch etliche weitere Berufsgruppen und Technik, die „hinter den Kulissen" arbeiten und ohne die ein sicherer und geordneter Luftverkehr nicht möglich wäre. Eine dieser unverzichtbaren Einrichtungen ist die Flugsicherung, die für den sicheren Ablauf des Luftverkehrs an den Flughäfen und in der Luft veantwortlich ist. Fluglotsen arbeiten im Tower am Flughafen oder in der Radarkontrollzentrale, von wo aus sie über Funk mit den Piloten sprechen und ihnen die nötigen Anweisungen geben, damit diese sicher ihr Ziel erreichen.
Ich bin 26 Jahre alt und arbeite seit Ende 2005 als fertig ausgebildeter Fluglotse in der Eurocontrol Kontrollzentrale in Maastricht. Von hier aus wird der obere Luftraum über den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Nordwestdeutschland überwacht. Eurocontrol ist die internationale Organisation für die Sicherheit der Luftfahrt in Europa. Neben der Zentrale in Brüssel betreibt sie unter anderem ein Forschungszentrum bei Paris und eben die Kontrollzentrale in Maastricht. Hier arbeiten 250 Fluglotsen aus ganz Europa und noch darüber hinaus.
In meiner Jugend habe ich mich zwar schon für Luftfahrt interessiert, allerdings war der Flughafen für mich immer faszinierender als das Fliegen selbst, deshalb wollte ich lieber hinter den Kulissen arbeiten. So kam ich über den Besuch im Tower auf den Beruf Fluglotse und somit auf Eurocontrol. Auf meine Bewerbung folgte ein intensiver Einstellungstest, für den ich zwei Mal nach Maastricht reisen musste. Danach begann meine Ausbildung im Eurocontrol-Trainingszentrum in Luxemburg mit viel Theorie, aber auch bald Praxistraining im Simulator. Nach 9 Monaten wird das Training in Maastricht weitergeführt, wo man nach einer weiteren Theorie- und Praxisphase im so genannten On-the-Job-Training schon auf der späteren Position, allerdings immer unter Beobachtung eines Ausbilders, den längsten Teil seines Trainings absolviert.
Jetzt bin ich als Fluglotse im Team von bis zu 12 internationalen Kollegen für den Luftverkehr im oberen Luftraum über Belgien zwischen der englischen Küste bei Dover bis zur deutsch-belgischen Grenze verantwortlich. Diesen Luftraum kann man sich als eine große Kreuzung zwischen den Flughäfen London, Frankfurt, Amsterdam und Paris vorstellen, sowie den Flughäfen Düsseldorf, Köln und Brüssel. Dabei sehen wir alle Flüge auf dem Radarbildschirm und kommunizieren mit den Piloten. Bei der großen Anzahl von Flügen kann es da auch schon mal hektisch werden.
Meine Tätigkeit teilt sich in zwei Aufgabenbereiche auf: Als Executive Controller gebe ich den Piloten Anweisungen über Flugroute und Flughöhe, so dass immer ein Mindestabstand zwischen den Flugzeugen eingehalten wird. Als Coordinating Controller plane ich den Flugverkehr für meinen Sektor und koordiniere den Verkehr mit den Fluglotsen in den umliegenden Zentralen, z.B. London oder Frankfurt. Seit kurzem ist noch ein dritter Aufgabenbereich dazugekommen: Ich bin jetzt selbst Ausbilder, darf also meine Erfahrung an die nächste Generation Fluglotsen weitergeben.
Am Beruf Fluglotse gefällt mir besonders die Veranwortung, die Teamarbeit und das Arbeiten mit moderner Technik. Jeder Tag bringt etwas Neues und dank der Arbeit im Schichtsystem kann ich öfter ausschlafen.
Thomas Schneider
thomas.schneider@eurocontrol.int
http://www.eurocontrol.int/
Donnerstag, 15. Mai 2008
Fluglotse bei EUROCONTROL
Labels:
Eurocontrol,
Fluglotse
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